apm International
Newsletter Q1/2026
15 Jahre Erfahrung │ 46 Standorte │ 5.500 Auszubildende │ 3.500 Teilnehmende │⭐⭐⭐⭐⭐ 4,8 Sterne Zufriedenheit
#Inside_apm international – Unsere Teilnehmenden & international rekrutierten Auszubildenden berichten
Zwei Schwestern, ein Weg: Wie Hanan und Madeleine ihren Platz in der Pflege fanden
Mit der Idee zu diesem Newsletter kam natürlich die Idee auf, auf die Vorzüge unseres Programms hinzuweisen, ein Bild von dessen Erfolg zu zeichnen und Lust auf die Teilnahme oder die Förderung zu wecken. Aber wie sollten wir es angehen?
Natürlich könnte ich an dieser Stelle stolz auf Zahlen verweisen und schöne Grafiken mit den bisherigen Entwicklungen einfügen, wie es sich für einen Sozialwissenschaftler wie mich gehört. Wie wäre es beispielsweise mit einer eingefärbten Karte der Herkunftsländer unserer Teilnehmenden? Schließlich sind ja 70 % unserer Azubis keine Deutschen und das KompetenzCentrum Pflege spricht ohnehin primär zugewanderte Menschen an. Nun ja, die finden Sie bereits im Kapitel hierüber. Lassen Sie sich deshalb nur gesagt sein, dass die meisten Teilnehmende des KompetenzCentrums Pflege aus Syrien kommen, gefolgt von Nigeria, und die meisten Azubis aus Marokko und Indien stammen, und dass es primär Frauen sind, die den Pflegeberuf aufnehmen möchten.
Natürlich könnte ich darauf verweisen, dass knapp 1100 Teilnehmende bereits das KompetenzCentrum Pflege erfolgreich abschlossen und davon 66,5 % direkt im Anschluss daran eine Ausbildung in der Pflege aufnahmen, andere in Arbeit gingen oder auf eine passende Gelegenheit warten, bei uns weiterzumachen. Natürlich könnte ich auch darauf hinweisen, dass an einzelnen Standorten deutlich über 90 % den Hauptschulabschluss nach Abschluss des KompetenzCentrums Pflege stolz in den Händen halten.
Natürlich könnte ich das … Es wäre jetzt gelogen, dass ich all das nicht spannend fände und nun ja- Sie lesen es schließlich jetzt doch hierüber. Noch spannender als Statistik sind jedoch die tatsächlichen Erfahrungen unserer Teilnehmenden! An dieser Stelle werden wir deshalb nun immer Testimonials einfügen, die Sie auf die Reise in das Programm „Care for Integration“ oder zu den Referentinnen für internationale Auszubildende mitnehmen.
Lassen Sie uns heute mit Hanan und Madeleine beginnen, zwei irakischen Schwestern irgendwo in NRW, die den Aufschlag machten und meiner Kollegin im Interview Rede und Antwort standen. Ihre Geschichte zeigt, welche Möglichkeiten Care for Integration ermöglicht:
Von der sprachlichen Entwicklung, dem Abschluss des Hauptschulabschlusses bis in die Ausbildung und darüber hinaus und somit Richtung Integration in einem zukunftsfähigen und wichtigen Beruf!
Beginnen wir am Anfang:
Als Hanan und Madeleine 2017 aus dem Irak nach Deutschland kamen, ahnten sie noch nicht, welche Reise ihnen bevorstand. Heute sind sie auf dem Weg, Pflegefachkräfte (und vielleicht sogar darüber hinaus) zu werden.
Verloren auf dem Spielplatz – Ankommen in Deutschland
„Wir wussten nicht, wie wir vom Spielplatz nach Hause kommen sollten.“ So begann für die Schwestern Hanan und Madeleine ihre Zeit in Deutschland, wie sie sich lachend erinnerten. Zwar hatten sie die an sich gute Idee gehabt, sich bei einer Bäckerei nach dem Weg zu erkundigen, nur dass man sie dort nicht verstand und ihnen nicht helfen konnte, da die Frage nicht auf Deutsch gestellt wurde. So waren die Schwestern doch auf sich allein gestellt. Da jedoch der Orientierungssinn ausgerechnet der kleinen Geschwister besser als die der großen ausgeprägt war, fanden sie glücklicherweise doch noch nach Hause.
Der erste Schritt: Care for Integration
Jahre und einen Deutschkurs später trafen die beiden Schwestern auf unsere Kollegin, die ihnen das Programm „Care for Integration“ empfahl. Beide hatten im Irak bereits die Schule besucht: Hanan hatte die Schule abgeschlossen, während ihre Schwester Madeleine nicht mehr rechtzeitig vor Ausbruch des Kriegs das Abitur ablegen konnte und dementsprechend keinen Schulabschluss vorzuweisen hatte.
Die beiden absolvierten somit das KompetenzCentrum Pflege, verbesserten dabei durch den berufsbezogenen Sprachkurs ihre Deutschkenntnisse und erwarben nach einem Jahr erfolgreich ihren Hauptschulabschluss. Somit erfüllten sie die Voraussetzungen, um anschließend die Ausbildung zur Pflegefachassistenz aufnehmen zu können.
Pflege als Berufung
Warum sie sich für unser Programm und die Pflege entschieden haben? Dazu führten sie zunächst ganz pragmatische private Gründe an: „Meine Mutter hat Blutdruck und wir haben uns gedacht, wir gehen in die Pflege. Wir lernen mehr über Krankheiten. Wenn meine Eltern oder irgendjemand von uns Hilfe braucht, wenn sie zum Arzt gehen, wenn sie zum Krankenhaus gehen, dann verstehen wir die Erkrankung als Pflegekräfte besser“, erinnert sich Hanan.
Wahrscheinlich hatte genau dieser Grund auch zuvor die beiden bewegt, damals im Irak ein Pflegepraktikum zu absolvierten. Abgesehen von einem Probetag vor dem KompetenzCentrum Pflege hatten sie hier aber zunächst keine weiteren praktischen Erfahrungen in der Pflege vorzuweisen. Da es vielen unserer Teilnehmenden ähnlich geht, werden im Rahmen des KompetenzCentrums Pflege drei mehrwöchige Praktika angeboten, damit alle sich ein genaues Bild von der Pflege machen können, bevor sie ggf. mit der Ausbildung fortfahren. Auch die Pflegeeinrichtungen lernen dabei unsere Teilnehmenden kennen und können ihnen – im Idealfall – direkt für später einen Ausbildungsplatz anbieten. Eine echte Win-Win-Situation.
Das erste Praktikum: Angst überwinden, Verantwortung übernehmen
Schon wenige Wochen nach Beginn des KompetenzCentrums Pflege steigt meist die Nervosität und Vorfreude im Kurs merklich an. Grund dafür: das erste Praktikum. Sowohl Kursleitungen als auch die Regionalkoordination von apm International werden dann häufiger mit einer Frage konfrontiert: Wie finde ich meinen Praktikumsplatz? Kann apm mich dabei unterstützen (Antwort: natürlich!). Es ist nicht dokumentiert, an wen sich unsere beiden Protagonistinnen der Geschichte mit dieser Frage wandten, aber auch sie würden bald erste praktische Erfahrungen in einer deutschen Pflegeeinrichtung sammeln. Beide erinnern sich noch sehr klar an dieses erste Praktikum: Zunächst begleiteten sie die zuständige Pflegekraft und beobachteten diese bei ihrer Arbeit, wollten aber dann selber mithelfen, ganz nach dem Motto „learning by doing“. Schnell stießen sie auf bis dahin ungewohnte und teils unangenehme Situationen, an die sie sich aber im Laufe des KompetenzCentrums Pflege und später in der Ausbildung gewöhnten: „Also manchmal, wenn ich eine Person sehe und die … Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Also manche haben keine Beine oder Augen oder sowas. Ich hatte Angst vor solchen Leuten. Ich habe jetzt gelernt, wie ich mit denen umgehe“, erklärte Hanan. Madeleine pflichtete ihr bei, auch sie fand die ersten Wochen schwierig, wollte aber mehr als nur Zuschauerin sein: „Ich hatte auch zwei Wochen Praktikum gemacht. Aber in der ersten Woche war es sehr schwer, weil ich hatte auch hier in Deutschland nicht gesehen, wie man alte Menschen pflegt. Ich habe in der ersten Woche schon mit einer Kollegin gesehen. Sie hat mir alles gezeigt. Ich habe ein bisschen mitbekommen, wie man Patienten pflegen kann.“ Anfängliche Berührungsängste schwanden schnell, beispielsweise im Umgang mit dementen Patienten, die teils ablehnend oder sogar aggressiv auftraten. Bis zu ihrer Ausbildung würden sie Strategien entwickeln, wie sie in derartigen Situationen die Ruhe bewahren und professionell auch diese Personen pflegen können …
Oben erwähnte ich bereits den Idealfall während der Praktika und hier trat er ein: Die Einrichtungen zeigten sich zufrieden mit den beiden und Madeleine wurde bereits während des ersten Praktikums ein Ausbildungsplatz angeboten.
Lernen mit- und voneinander
Soweit aus der Pflegeeinrichtung, doch begeben wir uns nun in die modernen Räumlichkeiten von apm, einer hellen Schule mit vielen Aufenthaltsgelegenheiten für die Azubis, Smartboards im Klassenraum, sowie jeweils einem modernen Skillslab, also Demoraum inklusive programmierbarem „pflegebedürftigen“ Puppen. Dabei ist es nicht von der Hand zu weisen, dass das KompetenzCentrum Pflege mit seinen drei Modulen und acht Unterrichtseinheiten pro Tag anstrengend werden kann und von den Teilnehmenden großes Engagement verlangt.

Hanan hatte zu Beginn Schwierigkeiten mit der Pünktlichkeit und fand den Unterricht zunächst etwas langweilig. Später kam ihr eine Erkenntnis: „Ich muss an meine Zukunft denken. Und wenn ich diese Ausbildung mache, muss ich zuhören und so. Dann bin ich besser geworden.“ Die Umsetzung dieser Erkenntnis folgte umgehend. apm habe die Klasse beim Lernen immer sehr gut unterstützt. Madeleine hebt auch gemeinsame Aktivitäten im Kursverbund, wie Restaurantbesuche oder gemeinsames Essen in der Schule hervor, wobei alle etwas vorbereiten und es dann teilen. Eine Kostprobe liefern die Schwestern am Ende des Interviews in Form eines Rezepts für ihr Lieblingsessen Doma gleich mit. Sie können es in der nächsten Ausgabe lesen und natürlich nachkochen, da es sehr lecker und dabei einfach umzusetzen klingt!
Fleißig lernend schlossen beide Schwestern erfolgreich das KompetenzCentrum Pflege ab. Für Hanan stand sofort fest, dass sie mit der Ausbildung zur Pflegefachassistenz fortfahren wolle und auch ihre Schwester nahm diesen Weg. Diese dauert ein weiteres Jahr und ermöglicht das Arbeiten in dem Bereich. Für zwei Monate nahm Madeleine dann auch die Gelegenheit wahr, in dem Beruf Geld zu verdienen. Danach überredete ihre Schwester sie, gemeinsam die qualifizierte Ausbildung zur Pflegefachkraft zu beginnen. Beide befinden sich nun im ersten Lernjahr der dreijährigen Ausbildung. Ein besonderer Vorteil der beiden während der gesamten Zeit: die gegenseitige Unterstützung, die auch noch dadurch erleichtert wird, dass die beiden mittlerweile in zwei unterschiedlichen Kursen sind: „Wenn wir etwas nicht verstanden haben oder nach der Schule nach Hause gehen, fragen wir immer: ‚Was hattet ihr heute?‘ Wenn ich den Unterricht danach habe, frage ich sie, was sie gemacht haben, und sie schickt mir die Antwort“, gibt die eine zu Protokoll. Durch gegenseitiges Erklären sind sich beide dann sicher, die gelernten Inhalte besser zu verstehen.
Quod erat demonstrandum
Die Geschichte könnte nun an dieser Stelle zu Ende sein. Quod erat demonstrandum: Was zu beweisen war: Das KompetenzCentrum Pflege im Rahmen des Programms Care for Integration ermöglicht Menschen, eine Ausbildung aufzunehmen, die die Voraussetzungen andernfalls noch nicht erfüllen, sei es da sie nur Deutsch auf A2-Niveau sprechen oder noch keinen anerkannten Schulabschluss haben. So bietet das zweiteilige Programm einen niederschwelligen und durchlässigen Einstieg in einen zukunftsfähigen Mangelberuf und somit vielen Menschen schöne Zukunftsaussichten.
Doch in diesem Fall muss noch darauf hingewiesen werden, dass die beiden Schwestern nicht daran denken, mit dem Lernen aufzuhören, was uns zuvor bei der Auswahl der ersten Story aus dem KompetenzCentrum Pflege selbst nicht bewusst war: Nach dem Abschluss zur Pflegefachkraft streben die beiden noch die Qualifizierung zur Praxisanleitung sowie zur Pflegedienstleitung (PDL) an. Praktischerweise bieten wir mit der apm Weiterbildung examinierten Pflegekräften zahlreiche Weiterbildungen an, sodass der Weg dorthin für die beiden nicht weit ist. Auch das Ausgleichen von Defizitbescheiden für ausländische Pflegefachkräfte im Anerkennungsprozess ist dabei möglich. Verlassen müsste uns Hanan nur, wenn sie ihrem endgültigen Traum nachgeht und Assistenzärztin wird, dieses Mal ohne ihre Schwester, die in der Pflege bleiben möchte. Wir wünschen beiden alles Gute auf dem eingeschlagenen Weg und freuen uns über ihren kleinen Beitrag zur Pflegeversorgung in Deutschland!
Sie sehen also, was aus Menschen des KompetenzCentrums Pflege werden kann. Da es sich als Schlusswort nun eignet, folgt an dieser Stelle nun noch ein letztes Zitat von Madeleine über das Programm Care for Integration:
„apm hat mir geholfen, einen Weg zur Zukunft aufzubauen.“
Im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen bedanke ich mich für das Lob und gebe zurück, dass wir es gerne getan haben und zusammen mit Ihnen, liebes Netzwerk, immer wieder aufs Neue noch vielen weiteren ermöglichen wollen!